KISS-Pro

Ziele und Gegenstand

Sprache spielt eine zentrale Rolle für das Lernen in der Schule – sowohl als kommunikative Voraussetzung, als auch als Lernmedium und Lernziel. Gleichzeitig stellt sie aber auch eine zentrale Heterogenitätsdimension dar. Lehrkräften fehlt allerdings häufig die Zeit, um Schüler:innen mit ganz unterschiedlichen sprachlichen Lernbedürfnissen individuell in ihrem sprachlichen Kompetenzerwerb zu unterstützen. Der Einsatz neuer digitaler Technologien, wie zum Beispiel KI-basierter Systeme, bietet im Kontext von Teilhabe und Chancengerechtigkeit die Möglichkeit, der sprachlichen Heterogenität der Lernenden konstruktiv zu begegnen. 

Anwendungen der natürlichen Sprachverarbeitung (Natural Language Processing, NLP) wie zum Beispiel ChatGPT oder DeepL entwickeln sich gegenwärtig extrem dynamisch und haben zuletzt große Fortschritte in der sprachlich korrekten Übersetzung von Texten und in der KI-gestützten maschinellen Textproduktion gemacht. Der Einsatz solcher Systeme hat daher das Potenzial, Lehrkräfte etwa bei der Konzipierung individueller sprachlicher Lerngelegenheiten für Schüler:innen zu unterstützen. 

Um Lehrkräfte auf eine kompetente Nutzung KI-basierter Systeme in der Schule bzw. im Fachunterricht vorzubereiten, sind entsprechende Professionalisierungskonzepte notwendig. Im Verbundprojekt werden daher zielgruppenspezifische Informations- und Qualifikationsangebote entwickelt, die neben der Vermittlung von Wissen bzgl. Chancen und Potenzialen von KI-basierten Systemen auch Befürchtungen und Vorbehalte sowie konkrete, sachliche Grenzen und Probleme der Nutzung von KI im schulischen Kontext adressieren. 

Das Verbundprojekt beleuchtet dabei konkret die Möglichkeiten individuellen Feedbacks für Schüler:innen durch NLP sowie die Einsatzmöglichkeiten intelligenter tutorieller Systeme und sozialer Roboter. Dabei steht auch die Reflexion ethischer, rechtlicher und sozialer Implikationen des Einsatzes KI-gestützter Systeme im Schulkontext im Mittelpunkt.

Anbindung an die Praxis, Transfer und Implementierung

Der Transfer der erarbeiteten Professionalisierungangebote für die Nutzung KI-basierter Systeme im sprachlichen Unterricht in die Lehrkräftebildung und damit auch die schulische Praxis ist ein zentrales Ziel des Projektverbundes. Die Konzepte werden dabei in enger Abstimmung mit den kooperierenden Landesinstituten in Berlin-Brandenburg, Hamburg, Niedersachsen sowie Schleswig-Holstein entwickelt. Zusätzlich soll eine Einbettung der entwickelten Konzepte in die universitäre Lehramtsausbildung erfolgen. In diesem Zusammenhang wird im Jahr 2025 eine Transfertagung zum Thema KI für die Hochschullehre in Lehramtsstudiengängen an der Universität Potsdam stattfinden.

Um eine Umsetzung der modular aufgebauten Professionalisierungsangebote über die beteiligten Bundesländer hinaus zu ermöglichen, werden die erarbeiteten Konzepte in Form von Open Educational Resources (OER) zur Verfügung gestellt. Der nachhaltige Transfer in die Praxis wird außerdem durch die Zukunft Digitale Bildung gGmbH, das Forum Bildung Digitalisierung sowie den KI-Campus als Transferpartner unterstützt.

DiSo-SGW

Ziele und Gegenstand

Ausgangspunkt der Teilprojekte im Projektverbund DiSo-SGW ist die nachhaltige Veränderung von Kultur, Gesellschaft und Ökonomie, die durch die voranschreitende digitale Transformation vorangetrieben wird. Dabei nimmt die Sprache eine besondere Stellung ein, da die digitale Welt in wesentlichen Teilen eine digitale „TextWelt” ist, die zur Teilhabe die kompetente Rezeption und Produktion von digitalen Texten voraussetzt. Diese nachhaltige Veränderung von Kultur, Gesellschaft und Ökonomie hat auch eine grundlegende Veränderung der Lehrkräftebildung zur Folge: Sie macht einerseits die Förderung anwendungsorientierter technischer Fähigkeiten zum digitalen Lehren und Lernen erforderlich, andererseits bedingt sie digitalitätsbezogene reflexive Haltungen mit Blick auf die kulturell-gesellschaftlichen Implikationen dieser digitalen Transformation. Diese Kompetenzen finden ihren Ausdruck im Begriff der digitalen Souveränität, der als Grundlage für die erfolgreiche Teilhabe in und an der digitalen Weltgesellschaft verstanden wird und Leitgedanke des Projektverbunds DiSo-SGW ist. Digitale Souveränität umfasst sowohl technisch-anwendungsorientierte als auch reflexiv-ethische Formen.

Um die Lehrkräfte beim Aufbau digitaler Souveränität zu unterstützen, werden im Projektverbund DiSo-SGW Fortbildungsmodule forschungsbasiert und evidenzorientiert (weiter-)entwickelt, evaluiert und optimiert. Damit sollen digitale Kompetenzen, Dispositionen und Haltungen bei Lehrkräften im Sinne allgemeiner und fachbezogener digitaler Souveränität phasenspezifisch, -vernetzend und -übergreifend gefördert und vertieft werden. Zu diesem Zweck kooperieren in DiSo-SGW drei Entwicklungsforschungs- und Transfergruppen (EFT), mit je spezifischen Zielen und Aufgaben: 

  • Die erste EFT entwickelt, evaluiert, optimiert und implementiert fachspezifische Förderkonzepte.
  • Die zweite EFT arbeitet an der querschnittlich-überfachlichen Bereitstellung eines technologisch-konzeptionellen Supportsystems zur Förderung digitaler Souveränität, um unter anderem einen bundesweiten Zugang zu den digitalen Fortbildungsangeboten zu ermöglichen.
  • Die dritte EFT bearbeitet ein passendes Monitoring-, Evaluations- und Transferkonzept. In den EFTs wird auf unterschiedlichen Vorarbeiten aufgebaut.

Anbindung an die Praxis, Transfer und Implementierung

Der Transfer der im Projektverbund DiSo-SGW entwickelten Produkte erfolgt sowohl projektintern als auch projektextern. Für den projektinternen Transfer werden kollegial zusammenarbeitenden Fachteams mit Akteur:innen aus Universitäten, Universitätsschulen, Studienseminaren, Landesinstituten bzw. Fort- und Weiterbildungseinrichtungen aller Schularten gebildet. Durch den bundesweiten projektinternen Transfer sollen Projektergebnisse an andere Standorte im Verbund und in weitere Bundesländer übertragen werden. Durch die Mitwirkung der Landesinstitute und Fortbildungseinrichtungen wird darüber hinaus ein nachhaltiger Praxistransfer sichergestellt. Der projektexterne Transfer erfolgt durch eine phasenübergreifende Dissemination und Implementation über die bayern- und bundesweit eingebundenen Fortbildungsinstitute im gesamten Bundesgebiet. 

Neben dem in den EFTs entwickelten Monitoring-, Evaluations- und Transferkonzept und dem technologisch-konzeptuellen Supportsystem wird für den projektexternen Transfer ein projektspezifisches Webportal aufgebaut, das die im Gesamtprojekt entwickelten Fortbildungskonzepte, -module und Technologien als Open Educational Resources (OER) zugänglich macht, Befunde dokumentiert und Fortbildungsangebote der beteiligten Fortbildungseinrichtungen sowie Fortbildungsbedarfe adressiert.

Der Projektverbund DiSo-SGW weist zudem Netzwerk- und Kooperationsstrukturen zu unterschiedlichen Akteur:innen der 1., 2. und 3. Phase der Lehrkräftebildung auf. Durch dieses Netzwerk wird eine phasen-, bundesland- und universitätsübergreifende Zusammenarbeit sichergestellt. Neben einem Netz von Universitätsschulen sowie Kooperations- und Praxisschulen, bestehen durch die beteiligten Universitätsstandorte über alle Schulformen hinweg enge Kontakte zu den Studienseminaren sowie langjährige Kooperationsprojekte zwischen Dozierenden und Seminarlehrkräften an den Universitätsschulen. Darüber hinaus wird die Zusammenarbeit mit zentralen Fortbildungseinrichtungen der Länder gepflegt.

ReTransfer

Ziele und Gegenstand

Zukunftsorientierter gesellschaftswissenschaftlicher Unterricht thematisiert die lebensweltlichen digitalen Infrastrukturen, zum Beispiel die sozialen Medien, und ermöglicht Schüler:innen einen selbstbestimmten und kritischen Umgang mit digitalen Medien. Lehrkräfte müssen deshalb mit entsprechenden Kompetenzen ausgestattet sein, um ihre Schüler:innen auf eine digital souveräne Teilhabe an der Gesellschaft vorzubereiten.

Das Ziel von ReTransfer ist daher die Entwicklung und anwendungsbezogene Beforschung von digitalen Fachkonzepten für die länderübergreifende gesellschaftswissenschaftliche Lehrkräftebildung in den Fächern Geographie, Geschichte und Politik. Unter digitalen Fachkonzepten wird ein durch digitale Medien unterstütztes Lehr- und Lernkonzept im fachkulturellen Umfeld verstanden. Als thematischer Schwerpunkt wird Digitale Souveränität adressiert. Das Frankfurt-Dreieck zur Bildung in der digitalen Welt bildet den Referenzrahmen für die konzeptionelle Entwicklung der Fachkonzepte. 

Die digitalen Fachkonzepte beschäftigen sich mit aktuellen digitalen Phänomenen und den damit verbundenen Prozessen der gesellschaftlichen Bildung. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Gesellschaftskonstruktionen in sozialen Medien
  • Forschendes Lernen mit mobilen Technologien
  • Virtual Reality (VR) als digitaler Erinnerungsraum
  • Digitale Sammlungen und Quellenkritik
  • Digitales Storytelling im Kontext von Nachhaltigkeit
  • Digitale Visualität raumbezogener Konflikte

Lehrkräfte werden im Kontext von offenen Bildungspraktiken partizipativ in die inhaltliche und konzeptionelle Entwicklung der Fortbildungsmodule, die im Blended-Learning-Format angeboten werden, eingebunden. Auf organisatorischer Ebene findet eine Einbindung der Landesinstitute und entsprechenden Ministerien statt, um alle Projektaktivitäten – insbesondere die Fortbildungen – in die bestehenden länderspezifischen Strukturen zu implementieren.

Um Erfolgsfaktoren bei der Nutzung und Entwicklung der digitalen Fachkonzepte sowohl auf der Ebene der Lehrkräfte als auch bei den Rahmenbedingungen in den Hochschulen und Landesinstitute zu identifizieren, wird die Projektumsetzung begleitend erforscht. Auf diese Weise wird eine evidenzbasierte Weiterentwicklung der digitalisierungsbezogenen Fortbildungsangebote sichergestellt. 

Anbindung an die Praxis, Transfer und Implementierung

Die praxisorientierte Implementierung und der nachhaltige Transfer der Projektergebnisse wird durch mehrere Maßnahmen sichergestellt:

  • Es wird regelmäßig über die Bildungsportale des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, speziell über den Deutschen Bildungsserver und regionale Bildungsportale sowie mittels Social-Media-Aktivitäten und Dossiers, über die Inhalte des Projekts informiert. 
  • Alle Projektaktivitäten – insbesondere die Fortbildungen – werden in die bestehenden länderspezifischen Strukturen eingebunden. Hierbei wird eng zusammengearbeitet mit der Hessischen Lehrkräfteakademie, dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM), der Qualitäts- und UnterstützungsAgentur – Landesinstitut für Schule (QUA-LiS) in NRW, dem Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) in Bayern und dem Landesamt für Schule und Bildung (LaSUB) in Sachsen sowie den entsprechenden Landesmedienzentren. 
  • Es werden zahlreiche Lehrkräfte und Fachleiter:innen systematisch und kontinuierlich im Kontext von offenen Bildungspraktiken in die Projektaktivitäten eingebunden.  
  • Für die Lehrkräftefortbildungen werden konkrete digitale Ressourcen im Rahmen von Open Educational Resources (OER) sowie Leitfäden zu deren Anwendung und Weiterentwicklung bundesweit öffentlich zur Verfügung gestellt. 
  • Die Projektergebnisse werden zudem im Rahmen der üblichen wissenschaftlichen Kommunikationsprozesse (Veröffentlichungen, Tagungen etc.) verbreitet, um einerseits als Grundlage zur Strategieentwicklung und für weitere Forschung zur evidenzbasierten Lehrkräftefortbildung zu dienen und andererseits zu Vergleichen mit anderen Fachkulturen und anderen Organisationsformen einzuladen.

DigiNICs

Ziele und Gegenstand

In den Fächern der sprachlichen Bildung verändern sich durch die Digitalisierung nicht nur Unterrichtsmethoden, sondern die fachlichen Gegenstände selbst. Schüler:innen werden mit vielfältigen digitalen Textsorten und Kommunikationsformen konfrontiert und müssen den kompetenten Umgang mit zahlreichen Sprachlernapps und Tools zur automatisierten Wissens- und Textproduktion meistern. DigiNICs möchte daher die digitale Text- und Kommunikationssouveränität bei Lehrenden und Lernenden fördern, welche die Rezeption, Produktion und kritische Reflexion digitaler Texte und Kommunikationsformen umfasst.

Zur Erreichung dieses Ziels werden in DigiNICs Netzwerke aus unterschiedlichen Akteur:innen aufgebaut, sogenannte Networked Improvement Communities (NIC). NIC sind eine Organisationsform auf der Makroebene, in der die Beteiligten lösungsorientiert Unterrichtsinnovationen implementieren, die theoretisch fundiert und empirisch abgesichert sind. In einem kontinuierlichen dialogischen Prozess können alle Akteur:innen ihnen wichtige Themen und ihre jeweilige Expertise einbringen. Die beteiligten Universitäten koordinieren den Aufbau der Netzwerke und entwickeln bedarfsgerechten Input in Form von digitalen Fortbildungsmodulen mit den Themenschwerpunkten „Lesen, Sprechen und Schreiben“, „Literatur, Film und Serien“ sowie „Inklusion durch und in Medien“.

Der Aufbau der NIC ermöglicht wissenschaftliche Erkenntnisse im Bereich der Implementationsforschung, die wesentlich zur Verbesserung der Qualitätsentwicklung im Bildungssystem beitragen können. Hier verfolgt DigiNICs das Ziel, bekannte und ggf. neue Gelingensbedingungen für erfolgreiche Implementationsprozesse von Lehrkräftefortbildungen zur nachhaltigen Veränderung von Unterricht zu identifizieren und selbst einzusetzen.

Anbindung an die Praxis, Transfer und Implementierung

In DigiNICs führen die Verbundpartner ihre spezifischen Expertisen aus bisheriger Forschungspraxis und Beteiligung an Verbundprojekten in Networked Improvement Communities zusammen. Die Netzwerke dienen als Plattform für den Austausch und die kooperative Weiterentwicklung von Lehr-Lern-Formaten und Fortbildungsmodulen. Akteur:innen der Netzwerke treten als Multiplikator:innen auf, sodass Expertise sowohl durch abgestimmte Fortbildungsmodule als auch durch die Implementierung selbstlernender Strukturen systemisch wirksam werden.

Die technische Umsetzung und nachhaltige Ausbringung der entwickelten Produkte wird durch die Freigabe als kommentierte OER sowie durch die Implementierung in Schul- und Landesplattformen sichergestellt. Besonderes Augenmerk wird auf die Nutzung bereits vorhandener digitaler Infrastrukturen gelegt, die im regionalen Netzwerk an die spezifischen Bedarfe und Ziele angepasst werden. Dadurch wird die Nachhaltigkeit und Verantwortungsübernahme in der Schulpraxis gewährleistet.

Im Hinblick auf die wissenschaftliche Verwertung des Projekts sind Publikationen in deutsch- und englischsprachigen Fachzeitschriften, Sammelbänden und barrierearmen Buchpublikationen vorgesehen. Diese Publikationen richten sich an Forschende aus den Bereichen Implementationsforschung sowie der Lehrer:innenbildung und Unterrichtsentwicklung in den Fächern der sprachlichen Bildung. Sie sind insbesondere für Akteur:innen aus der Bildungspraxis relevant. Darüber hinaus sollen Kongressbeiträge auf (inter-)nationalen Fachkongressen präsentiert werden. Für die anwendungsbezogene Verwertung sind Publikationen in Zeitschriften zur Unterrichtspraxis und -entwicklung geplant. Im Rahmen der Förderung von Wissenschaftler:innen in der frühen Berufsphase werden Abschlussarbeiten, Promotions- und Habilitationsvorhaben unterstützt. Darüber hinaus wird die Mitwirkung an Fachtagungen und Bildungskongressen angestrebt, ebenso wie die Durchführung von verbundinternen und offenen wissenschaftlichen Austauschformaten wie Arbeitstreffen und Kolloquien.

WÖRLD

Ziele und Gegenstand

Die Digitalisierung durchdringt die Gesellschaft und ist im Besonderen Kennzeichen einer nahezu durchgehend ökonomisch geprägten Lebens- und Arbeitswelt von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die den Ausgangspunkt der fachdidaktischen Bearbeitung bildet. Das Themenspektrum reicht beispielsweise vom Konsumverhalten im privaten Bereich bis zur Arbeits- und Geschäftsprozessorientierung in der beruflichen Tätigkeit.

Zentrales Ziel des Vorhabens ist der evidenzbasierte Transfer digitaler und hybrider Lehr-Lernangebote, die in 14 Teilprojekten des WÖRLD-Verbunds entwickelt sowie evaluiert werden und auf die Kompetenzentwicklung von (angehenden) Lehrkräfte der wirtschaftswissenschaftlichen Domäne fokussieren. Dabei wird eine digitalisierungsbezogene Unterrichts- und Kompetenzentwicklung über alle drei Phasen der Lehrkräftebildung erreicht.

Die fachlichen und digitalisierungsbezogenen Expertisen der beteiligten Verbund- und Kooperationspartner werden im WÖRLD-House (im Sinne eines Transfer-Houses) gebündelt. Etabliert wird somit ein strategisch agierendes Akteurs-Netzwerk der Lehrkräftebildung, das sowohl einen Beitrag zur Verbreitung digitalisierungsbezogener Forschungs- und Praxisergebnisse als auch zur Bilanzierung digitalisierungsbezogener Lehrkräftebildung in den Wirtschaftswissenschaften leistet.

Anbindung an die Praxis, Transfer und Implementierung

Evidenzbasierte und praxiserprobte Best-Practice-Formate digital gestützter Lernumgebungen und Lehr-/Lernprozesse sowie die daran anknüpfende Kompetenzentwicklung von Lehrkräften stellen einen praktischen Zugewinn des WÖRLD Akteurs-Netzwerks dar. Die Best-Practice-Formate leisten in der Projektlaufzeit und darüber hinaus eine direkte, auf Nachhaltigkeit angelegte Stärkung und Weiterentwicklung der digitalen Lehrkräfteausbildung in der ersten und zweiten Phase sowie insbesondere in der dritten Phase der Lehrkräftebildung. Entsprechend wird ein adaptiver phasenübergreifender Wissenstransfer von Best-Practice-Lösungen erreicht.

Die forschungs- und praxisbasierten Teilprojektergebnisse und -erfahrungen werden im WÖRLD Akteurs-Netzwerk, den inneruniversitären Partner:innen (Schools bzw. Zentren für Lehrkräftebildung) und assoziierten Beteiligten über gemeinsame Workshops und Transfertagungen zur Verfügung gestellt.

Darüber hinaus können die Best-Practice-Formate inneruniversitär ihren Niederschlag in den Studiengängen der ökonomischen und wirtschaftspädagogischen Lehrkräftebildung finden. Sie sind zur curricularen Verstetigung und Verankerung in den jeweiligen Studiengängen angelegt.

Die Publikationen aus den Teilprojekten, des Projektmanagements und der Projektevaluation tragen wesentlich zum Transfer der zu erwartenden Projektergebnisse bei. Für die Fachöffentlichkeit sowie dem erweiterten Adressatenkreis verfolgt WÖRLD eine Open Access-Strategie über eigene und einschlägige Repositorien, sodass ein niederschwelliger Zugang für alle Interessierten sichergestellt ist.

ViFoNet

Ziele und Gegenstand

Ein Lernen mit, über und in digitalen Medien spielt eine immer größere Rolle im Unterricht. Lehrkräfte müssen über das nötige Professionswissen und die Kompetenzen verfügen, um diese Medien sinnvoll einzusetzen. Das Verbundprojekt ViFoNet zielt darauf ab, videobasierte Fortbildungsmodule zum digital gestützten Unterrichten zu entwickeln, zu evaluieren und bundesweit zur Verfügung zu stellen. Gemeinsame Klammer ist die Einbindung videobasierter Aufgabenformate mithilfe anschaulicher Erklär- und Unterrichtsvideos. Dabei konzentriert sich das Verbundprojekt auf die Erstellung, Durchführung, Evaluation und Verbreitung von Fortbildungskonzepten und -modulen in den Fächern Deutsch, Deutsch als Zweitsprache, Englisch, Französisch, Spanisch, Geografie, Sachunterricht, Wirtschaft und Chemie (mit Schwerpunkt Fachsprache) sowie zum Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung. 

Die Module bestehen aus Lerneinheiten mit Erklär- und Unterrichtsvideos, Self-Assessment-Tools und Anleitungen zur bedarfsorientierten Modulzusammenstellung. Es werden erfolgreiche Gelingensbedingungen ermittelt, um den Transfer der Fortbildungsinhalte in die Schulpraxis und in die Lehrkräftebildung zu ermöglichen. 

Anbindung an die Praxis, Transfer und Implementierung

Die Fortbildungsmodule nutzen Videos von digital gestützten Unterrichten als Anschauungs- und Anleitungsquelle. Sie sollen Lehrkräften veranschaulichen, wie sie digitale Medien effektiv in ihren Unterricht einführen und nutzen können. Dabei werden auch Schlüsselmomente der Klassenführung und individualisierter Lernunterstützung für eine erfolgreiche Einführung und Nutzung digitaler Unterrichtsressourcen anhand von Unterrichtsvideos thematisiert. Die entsprechenden Module sollen Lehrkräften das erforderliche Professionswissen vermitteln und sie dazu befähigen, eine professionelle Unterrichtswahrnehmung und -reflexion für den Einsatz digitaler Medien im Unterricht zu entwickeln.

Hierfür wird ein etabliertes Netzwerk von sechs Videoportalen ausgebaut, die eine große Anzahl von Unterrichtsvideos und Begleitmaterialien bereitstellen und die um die Fortbildungsmodule erweitert werden. Um diese Module auch gezielt suchen und nachnutzen zu können, sind die Videoportale über das Meta-Videoportal unterrichtsvideos.net vernetzt. Es dient als übergreifende Suchmaschine und erleichtert damit den Transfer der Fortbildungsmodule in die Lehrkräftefortbildung. Die einzelnen Videoportale sollen zu digitalen Fortbildungsplattformen ausgebaut und das Meta-Videoportal in eine digitale Transfer- und Disseminationsplattform überführt werden, um so das effiziente Auffinden von Fortbildungsmodulen der angeschlossenen Videoportale zu ermöglichen.