12. Juli 2023

Im Dialog mit… Ulrike Cress

Was ist das Besondere am Kompetenzverbund lernen:digital und wie kann gelungener Transfer funktionieren? In der Interview-Reihe „Im Dialog mit…“ berichtet Ulrike Cress über die Rolle des Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM) im Kompetenzverbund und mehr. 

Biografie

Ulrike Cress ist seit 2017 Direktorin des IWM. 2013 bis 2016 war sie stellvertretene Direktorin. Seit 2008 ist sie W3-Professorin an der Universität Tübingen im Fachbereich Psychologie und leitet am IWM die Arbeitsgruppe Wissenskonstruktion (früher „Design und Implementation integrativer Lernumgebungen“). Sie hat Psychologie studiert, wurde 2000 promoviert und 2006 an der Universität Tübingen habilitiert.

Im Dialog mit …

Prof. Dr.
Ulrike Cress

Direktorin des IWM, Leiterin der Arbeitsgruppe „Wissenskonstruktion“ und kommissarische Leiterin der Arbeitsgruppe „Multiple Repräsentationen“

1. Was ist das Besondere am Kompetenzverbund lernen:digital?

Die Forschung weiß viel darüber, wann digitale Tools das Lernen unterstützen und besser machen. Es war dringend notwendig, dass dieses Wissen deutschlandweit gebündelt und für die Schulpraxis nutzbar gemacht wird.

2. Welche Perspektive bringen Sie mit Ihrer Einrichtung ein?

Das Leibniz-Institut für Wissensmedien beschäftigt sich umfassend mit dem Potenzial digitaler Medien für Lernprozesse. Relevante Themen waren zunächst das Lernen mit Simulationen oder mit Multimedia, oder das kooperative Lernen. Dann kam das Lernen mit VR/AR, mit Robotern oder Sprachagenten dazu. Haptik und Bewegung spielen eine zunehmende Rolle, und auch außerschulische Lernorte und ihre Verknüpfung zur Schule. In den Kompetenzverbund lernen:digital bringen wir diese Forschung ein. 

Wir kümmern uns insbesondere darum, dass zukünftig relevante Lernsettings frühzeitig identifiziert und mit Lehrkräften diskutiert werden. Denn digitales Lernen wird sich immer weiterentwickeln, und es gilt, mit aktuellen technischen Entwicklungen Schritt zu halten, um immer neue Potenziale zu heben.

3. Was verstehen Sie unter gelungenem Transfer und was braucht es dafür?

Transfer ist gelungen, wenn digitale Medien im Schul- und Unterrichtsalltag so angekommen sind, dass sie für alle Schüler:innen neue Lerngelegenheiten schaffen und das Lernen verbessern. Für Lehrende erweitern digitale Medien den Möglichkeitsraum für das Unterrichten. Durch Transfer sollten wir sicherstellen, dass Lehrkräfte die Kompetenzen dazu haben, auf geeignetes Material und Unterrichtskonzepte zurückgreifen zu können, und nicht jede Lehrkraft das Rad neu erfinden muss.